SVSW Pressemitteilung
1. Oktober 2026
Die Schweizer Winzer erleben die schlimmste Krise, die die Branche je erlebt hat.
Noch nie war der unlautere Wettbewerb durch ausländische Weine so gross wie heute. Weine kommen zu Preisen zwischen 25 Rappen und 50 Rappen pro Liter in die Schweiz.
Am 1. Oktober 2026 lud Bundesrat Guy Parmelin die gesamte Weinbranche nach Bern ein, um die seit einem Jahr laufenden Gespräche fortzusetzen, mit denen der Schweizer Weinbau aus der Krise geführt werden soll.
Die Zeit war begrenzt und im Voraus angekündigt: nicht mehr als eine Stunde für den Austausch und die Anhörung unseres Bundesrats. Die Vertreter der Dachverbände, der Branchenverbände, der Regierungsräte und des Handels waren anwesend, um das Verdikt zu hören.
Würde der Bundesrat den Mut aufbringen, das Vorhaben zu verteidigen, ein fast freies und unbegrenztes Importsystem einzuschränken?
Man verlangte von ihm, die Importzölle an den Kauf von Schweizer Weinen zu knüpfen – nur das.
Schweizer Weine zu kaufen, die alle unsere Umwelt- und Sozialstandards erfüllen, um das Recht zu erhalten, Tausende Liter niedrigpreisiger Weine zu importieren.
Nach einer Stunde, in der mittels einer Gesprächsrunde Guy Parmelin die düstere Lage der Schweizer Winzerfamilien dargelegt wurde – einer Stunde voller Diskussionen –, verkündete der Bundesrat, dass die Stimme des Handels weitaus mehr Gewicht habe als die der Winzerfamilien.
Ein Jahr mit zahlreichen Sitzungen der Arbeitsgruppe und der Dachverbände, nur um zu erfahren, dass der Bund schliesslich beschlossen hat, das Weinimportkontingent ab 2027 zu versteigern.
Nachdem Bundesbern die industrielle Produktion der Schweiz im Stich gelassen hat, indem es den in China hergestellten ON-Sneakers erlaubte, das Swissness-Label zu tragen, lässt es nun auch die Winzer im Stich, indem es keine ernsthaften Massnahmen zum Erhalt des Schweizer Weinbaus ergreift.
Ganz zu schweigen von den zahlreichen Freihandelsabkommen, wie dem mit dem Mercosur, denen ganze Bereiche unserer Landwirtschaft opfert werden.
Seit einem Jahr wird ein grosser Teil der Schweizer Weine für 60 Rappen pro Liter verkauft. Wie ist es möglich, dass man so wenig Respekt vor der lokalen Produktion zeigt? Wenn man seinen Angestellten nicht den tariflich vereinbarten Lohn zahlt, kann man ins Gefängnis kommen, demgegenüber ist die Bezahlung von Produkten zu Spottpreisen völlig legal.
Guy, wach auf! Zum Ende deiner Amtszeit in Bern brauchen wir einen mutigen Bundesrat.
Willy Cretegny – Präsident ASVEI/SVSW
Link:
>> Krise im Weinsektor: für einen echten Schutz an der Grenze
> Die Importe statt der schweizer Produktion als Variable - W. Cretegny, Uniterre Zeitung 06.2026
> Für eine Dekonsolidierung der WTO-Kontingente - SVSW-Schreiben an die Ständerät*innen 04.06.2026
>> Avis de droit "Contingents tarifaires en matière de vin" [nur auf Französisch]" - Prof. Adrien Alberini, Me Alma Marchand et Me Sara Angeleska - Walder Wyss Avocats 27.05.2026