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Weinbaukrise: rasches Eingreifen ist dringend nötig

 

Die Krise wird immer schlimmer und die Lage in unseren Rebbergen kritischer. Der praktisch totenstille Absatz, die Schleuderpreise, zu hohe Lager, Platzmangel in den Kellern für die kommende Ernte sowie fehlende finanzielle Mittel gefährden zahlreiche Betriebe. Die selbsteinkellernden Weinbäuerinnen und -bauern empfangen ihre Kunden immer mit einem freundlichen Lächeln – weil sie mit ihrer Tätigkeit Freude und Geselligkeit verkaufen -, aber in Wirklichkeit haben sie dieses neue Jahr mit grosser Angst begonnen. Einige fürchten, ihre geliebte Arbeit aufgeben zu müssen … Ein dringendes Eingreifen ist nötig. Die SVSW verlangt rasche Massnahmen, um dieser Berufssparte eine Zukunft zu sichern.

Lösungen zur Rettung der Rebberge und der Erhaltung des damit verbundenen wirtschaftlichen, sozialem und Umwelt beeinflussende Netzes zu bewahren.

> Mittelfristige Massnahmen: Einschränkung der Einfuhren zugunsten der Schweizer Weine

Die Variabel soll nicht mehr die einheimische Produktion, sondern die Einfuhren betreffen. Die Aktivierung von Artikel 22, Absatz 2b des LwG würde es ermöglichen, Importquoten nur den Weinhändlern zuzuteilen, die sich auch bemühen, Schweizer Weine zu verkaufen. Der am 11. März in Vernehmlassung geschickte Entwurf ist nicht annehmbar, daher kämpft die SVSW für einen gerechten und kohärenten Einsatz dieser Massnahme. >> Siehe Weinbaukrise: für einen echten Schutz an der Grenze

Für den Moment benötigen wir dringende Massnahmen, damit die Weinbauern überleben und sich ohne zu verzweifeln auf die Ernte 2026 vorbereiten können.

> Dringende Massnahmen:

  • Verbesserung der Marktlage durch Lagerabbau (Art. 13 LwG). Dies bringt den Weinbauern rasch flüssiges Geld und wirkt sich auch auf die Traubenproduzenten aus. Dadurch wird der Markt wieder belebt, und die Preise werden stabiler. Ausserdem wird dank Lagerabbau im Keller für die nächste Ernte im Herbst Platz frei.
  • Unterstützung für den Unterhalt der Rebberge: Ausreissen von Reben bedeutet importierten Weinen Marktanteile zu überlassen: man muss die Rebberge behalten und die Auswirkung der Massnahmen zur Importregulierung abwarten.
In Krisenzeiten kann die Industrie von der grosszügigen Manna de Kurzarbeitsentschädigung (KAE) profitieren. Dank dieser Massnahme können das Knowhow der Betriebe und die Möglichkeit einer Wiederaufnahme der Tätigkeit bewahrt werden. Eine ähnliche Unterstützung sollte auch in anderen Branchen wie dem Weinsektor möglich sein. Wir müssen die Berufserfahrung, das Produktionspotential und die Infrastruktur für den Weinbau erhalten. So können in diesem Sektor Familien und Angestellte leben, die ihrerseits einen Beitrag zur Umwelt und der Gesellschaft leisten und ein ganzes lokales Ecosystem ernähren.
  • Traubensaft-Kampagne für die Ernte 2026: Diese Massnahme gehört zu den Möglichkeiten, die dem Bundesrat zur Verfügung stehen, und wurde 2003 zum letzten Mal angewendet. Die Finanzierung einer Trauben- und Traubensaftkampagne während der Ernte erleichtert die Produktion und verhindert eine Überfüllung des Marktes.

Der Schweizer Weinbausektor hat bereits alle Anpassungsmassnahmen ausgenützt. Sein Kataster wird seit über 60 Jahren respektiert; der Rebsortenbestand wurde geändert, um Qualitätsweine zu produzieren. Diese Änderung führte zu einer Senkung des Produktionsvolumens von 140 Millionen Litern in den neunziger Jahren auf gegenwärtig 100 Millionen Liter. Es ist Zeit, die Bemühungen des Sektors anzuerkennen und den Unterhalt der Rebberge finanziell zu unterstützen bis zur Einführung besserer Rahmenbedingungen, damit diese Branche wieder etwas verdienen kann.

Es geht um das Überleben von zahlreichen Betrieben, und Lösungen existieren. Es handelt sich um eine politische und gesellschaftliche Wahl. Wollen wir dieses Potential verschleudern? dieses landwirtschaftliche und handwerkliche Berufswissen verlieren und verkleinerte Rebberge in den Händen der grossen Akteure auf dem Markt überlassen? Wollen wir, dass nach dem Verschwinden vieler anderer Sektoren (z.B. der Blumenmarkt mit nur 3, % Schweizer Blumen) noch ein weiterer Berufszweig eliminiert wird?

Die SVSW kämpft um die Erhaltung von lebendigen Rebbergen und die Sicherung einer Zukunft für die jungen Winzer und Winzerinnen, die mit Leidenschaft ein Weingut übernommen haben. Wir sind Bäuer*innen, die ihre Reben und Weine betreuen, und tausendjährige Berufserfahrung weitergeben. Wir möchten weiterhin Qualitätsweine produzieren – mit ihre zahlreichen kulturellen, gesellschaftlichen und menschlichen Dimensionen.

 

> Pdf-Version zum Herunterladen

 

Links:

>> Weinbaukrise: für einen echten Schutz an der Grenze
> „Unterstützung der Produktion“, die selbsteinkellernde Weinbauern ausschliesst - SVSW Medienmittteilung 12.03.2026
> Schreiben an WBF - suspension de la consultation "répartition du contingent tarifaire selon la prestation fournie en faveur de la production suisse" - SVSW Komitee - 12.03.2026